• Johanna Pardo

Bist du gut oder schlecht?







Der Unterschied zwischen dir und mir ist, dass ich Johanna heiße und du eben anders. Ansonsten sind wir aus dem gleichen Rohstoff erschaffen, tragen die gleichen Herausfsorderungen in uns, hadern mit den gleichen Dämonen und haben ähnliche Sehnsüchte. Na klar, jede/r hat seine Geschichte und eine dadurch individuelle Färbung erhalten. Doch mehr Unterschiede gibt es in der Essenz nicht.


Das Ganze fing an dem Punkt komisch zu werden, an dem wir anfingen uns zu verstecken, mit diesen inneren Dämonen und Herausforderungen, weil sie einfach nicht mit dem optimalen Bild unserer Happy-Life-Gesellschaft zusammen passten.

Das "Gute" zeigen wir. Das "Schlechte" verstecken wir. Ganz ganz tief in uns. Auf keinen Fall zeigen. Wie schade. Damit schwächen wir uns selbst.


Fakt ist, wenn wir Menschen sind, haben wir beide Pole in uns. Hell und Dunkel. Gut und Schlecht. Kein Berg, ohne Tal. Kein Minus, ohne Plus. Kein Tag, ohne Nacht. Keine Großzügigkeit, ohne Geiz. Ich habe keine Emotion in mir, die du auch nicht in dir hast und umgekehrt.


Als ich das in der Tiefe verstanden hatte fühlte ich tiefen Frieden. Den größten Kampf kämpfen wir nicht auf den Straßen, sondern mit uns selbst. Wir sind unsere größten Saboteure, oder?


Wir können uns entspannen. Wir können den Kampf gegen uns aufgeben. Es ist absoluter Bullshit, am meisten propagiert durch die größten Religionen dieser Welt, dass wir kämpfen müssten, um all diese Dunkelheit in uns zu besiegen. Das macht uns schwach. Weil wir einen Teil von uns abspalten. Magisch wird es, wenn wir es schaffen, sie voll uns ganz anzunehmen und in uns zu integrieren.


Dann startet die Rakete. Dann werden wir heil. Ganz. Dann steht uns unsere volle Power zur Verfügung.


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Wir sind es. Wir sind gut. Wir sind unglaublich wunderschön und einzigartig. Oh hell, yes! Das was uns komisch, öde und hässlich macht, ist der anstrengende Versuch es zu werden. Etwas werden zu müssen, bedeutet, dass wir so wie wir sind, nicht okay sind. Meinst du, dass wird sich irgendwann wie von Geisterhand ändern, wenn wir 100.000 Ausbildungen, Seminare und Bücher gelesen haben?


Wir brauchen nicht MEHR werden, WEITER gehen, wir brauchen "nur" alles los lassen, was wir eben nicht sind. Uns wieder ehrlicher und wahrhaftiger begegnen, auch mit schlechten und traurigen Tagen. Aus dieser oberflächigen Happy-Life-Gesellschaft aussteigen und in eine vollkommen neue wahrhaftige Zeit einsteigen. Das stärkt uns. Als Einzelne und als Gesellschaft.


Vielleicht werden wir so mit der Zeit und miteinander verstehen, dass wir echt richtig okay sind. Putzige Wesen, die stolpern, mal die falsche Abzweigung nehmen, wütend sind, traurig und aufbrausend...


... doch aus purer Liebe erschaffen.


Ich liebe uns. <3